Häkelkette

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Samstag, 6. Januar 2018

Buchvorstellung: "Totenlied" von Tess Gerritsen


Von Tess Gerritsen habe ich schon öfter Thriller gelesen, die ich immer sehr packend fand. Deshalb war ich auch gespannt auf dieses Buch. Hier der Klappentext:

Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell als Souvenir ein altes Notenbuch mit nach Hause. Es enthält eine handgeschriebene, bislang völlig unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem schwierigen Stück, doch jedes Mal, wenn sie die aufwühlende Melodie spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus, etwas, was das Wesen von Julias dreijähriger Tochter auf beunruhigende Weise zu verändern scheint. Weil niemand ihr Glauben schenkt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen ...

Julia Ansdell ist eine begeisterte Violinistin. Als solche war sie in Italien unterwegs, und kurz vor der Heimreise bleibt ihr noch etwas Zeit, um Souvenirs zu kaufen. In einem Antiquariat entdeckt sie einen Band mit Zigeunermelodien, darauf fällt ein handgeschriebenes Notenblatt - ein Walzer. Julia ist sofort fasziniert, in ihrem Kopf hört sie schon die Musik und sie ersteht die Noten. Dann fliegt sie nach Hause, wo sie von Ehemann und kleiner Tochter schon freudig erwartet wird. Ein paar Tage später spielt das Kind gerade sehr friedlich auf der Terrasse, da beschließt Julia die Zeit zu nutzen, um das neue Stück mal anzuspielen. Julia wird vollkommen gefangen genommen von der Intensität dieses Walzers und vergisst die Welt um sich herum. Als ihre kleine Tochter plötzlich blutig vor ihr steht, taucht sie aus der Musikwelt auf. Auf der Terrasse liegt die Tote Katze.... Julia hat keine Erklärung wie das passiert sein kann, außer ihre Tochter hat das absichtlich getan. Doch keiner will ihr glauben, dass ihre süße Tochter zu so einer Tat fähig sein könnte. Als Julia sich wieder einmal an das Stück macht und auch ganz schnell wieder mit der Musik verschmilzt verspürt sie plötzlich einen heftigen Schmerz und eine große Glasscherbe steckt in ihrem Oberschenkel. Wieder scheint das eine Tat ihrer Tochter zu sein. Im Krankenhaus findet sich ein Arzt, der ihre Ausführungen nicht als absurd darstellt und das kleine Mädchen wird gründlich untersucht. Doch alle Ergebnisse sprechen für ein vollkommen normal entwickeltes Kleinkind. Da aber Julias Mutter in diesem Alter an einer schweren Psychose erkrankt ist, glauben nun alle, dass Julia diese Taten selber vollbracht hat und möchten sie in eine psychiatrische Klinik einweisen.

Julia ist aber fest davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang mit dieser Musik geben muss und sie beginnt zu recherchieren. Mit einer Musikerfreundin trifft sie sich dann in Venedig, denn alle bisherigen Sputen führen dort hin. Dort lebte Anfang des 20. Jahrhunderts eine jüdische Familie, seit Generationen Geigenbauer und Musiker... Aber die Enthüllung des Komponisten und seiner Geschichte rufen auch Feinde auf den Plan...

So wird das Buch zweigleisig erzählt. Im ersten Erzählstrang geht es um Julia und ihre Familie, ein Thriller der einen sofort packt,  im zweiten wird das Leben der jüdischen Familie zu Zeiten das Nationalsozialismus erzählt, auch hier sehr feinfühlig und packend.

Auch dieses Buch hat mich sehr fasziniert. Allerdings fand ich die Auflösung des Problems etwas abstrus und das Ende zu knapp....  Während sich mir am Anfang der Gedanke nach Übersinnlichem aufdrängte, war die Erklärung dann doch in der Realität zu finden, allerdings eben sehr weit hergeholt....

Alles in allem war das Buch spannend zu lesen, weil die beiden Erzählstränge so verschieden sind, nach dem Ende war ich aber ziemlich ernüchtert...


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