Häkelkette

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Samstag, 4. März 2017

Buchvorstellung: "Bis ans Ende der Geschichte" von Jodi Picault


Heute möchte ich euch ein Buch von Jodi Picault ans Herz legen. Wer die Schriftstellerin kennt weiß,  dass sie sich in ihren Büchern immer ganz besonderer Themen annimmt und Fragestellungen aufwirft, die nie eindeutig zu entscheiden sind und einem selber genügend Stoff zum Nachdenken liefern.

So auch in diesem Buch. Aber hier schon mal der Klappentext:

Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Eines Tages lädt Josef Sage zu sich nach Hause ein. Bei einem vermeintlich gemütlichen Treffen eröffnet er ihr, dass er hier in Amerika unter falscher Identität lebt und in Wahrheit ein am Holocaust beteiligter Deutscher ist. Sage ist fassungslos, denn sie ist jüdischer Abstammung und ihre Großmutter ist eine Überlebende. Josef hat Angst davor, nicht sterben zu können und bittet Sage ihm zu vergeben und dann zu töten. Was für ein Ansinnen!
Sage möchte, dass Josef auf keinen Fall ungestraft davon kommt und meldet den Fall bei der zuständigen amerikanischen Behörde. Bei vielen weiteren Gesprächen schildert Josef ihr sein Leben in Deutschland, seine Kindheit, seine Familiengeschichte, seine Anfänge in der Hitlerjugend und seine Karriere bei den Nazionalsozialisten. Bei Gesprächen mit ihrer Oma erfährt Sage endlich auch deren Geschichte und wie knapp diese dem Tod in Auschwitz entronnen ist. Die Geschichte ist sehr ergreifend geschrieben, was stellenweise richtig Gänsehaut verursacht. Alle Personen werden sehr glaubwürdig und vielschichtig dargestellt.

Das Buch ist gerade durch diese schwierige Thematik eine nicht ganz leichte Lektüre. Aber wer sich für Geschichte interessiert und ein bewegendes Buch lesen möchte, der liegt damit richtig. Für mich verdient dieses Buch 5 von 5 Sternen.

1 Kommentar:

  1. So ein Zufall, heute auf Deinem Blog davon zu lesen! Gestern Abend wollte ich mit in der Onleihe ein Buch ausleihen und meine Entscheidung hing an zwei Büchern - genau diesem hier und "Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13 B". Meine Entscheidung fiel gestern Abend auf zweitgenanntes, heute sähe es anders aus. Es kommt halt dann als nächstes dran, danke für die Empfehlung!

    VG, Steffi

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